„Ich habe einen Schrank voller Kleidung, aber nichts zum Anziehen.“ Kommt dir das bekannt vor? Dein Schrank platzt aus allen Nähten, und trotzdem scheint nichts dabei zu sein, was du wirklich tragen möchtest. Manche Teile passen nicht zusammen, andere machen dich blass, und dann sind da noch die Fehlkäufe, die seit Monaten ungetragen hängen. Eine Garderobe aufbauen beginnt nicht im Laden, sondern in deinem eigenen Schrank.
Die gute Nachricht: Du brauchst keine riesige Garderobe, um gut auszusehen. Was du brauchst, ist ein Schrank, der zusammenpasst und zu dir. Hier liest du Schritt für Schritt, wie du ihn aufbaust, mit Farbe als Basis.
Warum du viel Kleidung hast, aber nichts zum Anziehen
Mehr Kleidung bedeutet nicht automatisch mehr Outfits. Oft ist sogar das Gegenteil der Fall. Das sind die häufigsten Ursachen:
- Die Farben passen nicht zusammen. Dadurch lassen sich die Teile schwer kombinieren.
- Manche Farben machen dich blass. Die ziehst du unbewusst seltener an.
- Trendteile überwiegen. Sie waren schön, passen aber nicht zum Rest deines Schranks.
- Impulskäufe stapeln sich. Einzeln hübsch, aber ohne Platz in deiner Garderobe.
Die Lösung ist kein neuer Schrank voller Kleidung, sondern eine Garderobe, in der alles aufeinander abgestimmt ist. Und am einfachsten gelingt das über Farbe.
Schritt 1: Schau zuerst, was du hast
Bevor du etwas Neues kaufst, ziehst du Bilanz. Nimm alles aus deinem Schrank und bilde drei Stapel: was du oft trägst, was du manchmal trägst und was du nie trägst. Betrachte vor allem den letzten Stapel kritisch. Warum trägst du es nicht? Oft lautet die Antwort: Die Farbe steht dir nicht, oder es passt zu nichts. Mit einem Farbpass siehst du schnell, welche Teile in deine Palette fallen.
Behalte, was du gern trägst und was zu dir passt. Zweifelsteile dürfen eine Weile in eine Kiste. Holst du sie nach drei Monaten nicht wieder heraus, kannst du sie guten Gewissens weitergeben.
Schritt 2: Wähle deine Farben
Eine Garderobe, die funktioniert, hat einen klaren Farbplan. Du musst nicht deine ganze Palette nutzen. Wähle aus deiner Palette drei Gruppen:
Weil all diese Farben aus derselben Palette stammen, passen sie wie von selbst zusammen. Weißt du noch nicht, welche neutralen Farben zu dir gehören? Dann lies über neutrale Farben tragen.
Garderobe aufbauen: ein Beispiel pro Jahreszeit
Schritt 3: Sorge für gute Basisteile
Mit ein paar guten Basisteilen in deinen Basisfarben kannst du endlos variieren. Denk an:
- eine oder zwei Hosen, die gut sitzen;
- einen Rock oder ein Kleid, das du sowohl lässig als auch schick tragen kannst;
- einen Blazer oder eine Strickjacke;
- ein paar unifarbene Tops und T-Shirts in deinem hellsten Neutralton;
- einen Mantel, der zu fast allem passt;
- Schuhe und eine Tasche in einer Basisfarbe.
Investiere vor allem in diese Teile. Du trägst sie am häufigsten, deshalb zahlen sich Qualität und Passform hier am schnellsten aus.
Schritt 4: Ergänze mit Farbe
Auf diese Basis setzt du deine Haupt- und Akzentfarben. Hier darf es Spaß machen: ein Pullover in deiner schönsten Farbe, ein Muster mit Farben aus deiner Palette, ein Schal, der dein Gesicht strahlen lässt. Kostet dich Farbe Überwindung? Dann lies, wie du mehr Farbe tragen kannst.
Kauf nur etwas Neues, wenn du es mit mindestens drei Teilen aus deinem Schrank kombinieren kannst. Gelingt das nicht, wird es wahrscheinlich ein Fehlkauf.
Schritt 5: Shoppe mit einem Plan
Die größte Falle beim Aufbau einer Garderobe ist impulsives Shoppen. Deshalb hilft es, mit einem Plan einzukaufen:
- Mach eine Wishlist mit dem, was dir wirklich fehlt, zum Beispiel „ein Blazer in Marine“.
- Nimm deinen Farbpass mit und prüf jedes Kleidungsstück mit der Faustregel: Beißt es sich, ja oder nein?
- Frag dich, ob du es mit drei Dingen kombinieren kannst.
- Unsicher? Lass es hängen. Was wirklich zu dir passt, erkennst du meist sofort.
So baust du Schritt für Schritt einen Schrank auf, der dich glücklich macht, und gibst weniger für Dinge aus, die du nicht trägst. Mehr dazu liest du unter Farbberatung Kosten.
Weißt du noch nicht, welche Farben in deine Palette gehören? Mach den kostenlosen Farbtest oder lass deine Farben analysieren. In deinem Style Guide findest du auch Stiltipps, mit denen du direkt loslegen kannst.
Garderobe aufbauen und in Ordnung halten
Eine gute Garderobe ist nie ganz fertig. Plane deshalb zweimal im Jahr einen Moment ein, etwa beim Wechsel von Sommer- zu Winterkleidung, um deinen Schrank durchzugehen. Was hast du in der letzten Saison nicht getragen? Was ist abgenutzt? Und was fehlt dir noch? So behältst du den Überblick, verhinderst, dass sich dein Schrank wieder mit Zweifelsteilen füllt, und weißt genau, was auf deine Wishlist gehört.
Auf der Suche nach Inspiration? Auf unserer Pinterest-Seite sammeln wir Outfits und Farbkombinationen für jeden Farbtyp.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Kleidungsstücke brauche ich?
Das ist von Mensch zu Mensch verschieden. Es geht nicht um die Anzahl, sondern darum, wie viele Kombinationen du machen kannst. Mit einem guten Farbplan brauchst du oft weniger, als du denkst.
Muss ich alles auf einmal ersetzen?
Nein. Bau deine Garderobe Schritt für Schritt auf und ersetze Teile erst, wenn sie abgenutzt sind oder du sie wirklich vermisst.
Was ist der Unterschied zu einer Capsule Wardrobe?
Eine Capsule Wardrobe ist ein kleines, festes Set an Kleidungsstücken, die alle miteinander kombinierbar sind. Lies mehr in unserem Blog über eine Capsule Wardrobe in deinen Farben.
Lies auch: Kleiderschrank auffrischen und Neutrale Farben kombinieren